Der Spielfilm als historisches Kunstmedium

Die Ära des schwarz-weiß Tonfilms wurde 1927 in den USA eingeleitet. Eine entscheidende Rolle dabei spielte die Jazzmusik, welche sich in New Orleans manifestierte. Der Film „Der Jazzgänger“ von Regisseur Alan Crosland wurde zum ersten Spielfilm mit Ton in der Geschichte des Films überhaupt. Zu Anfang war die Qualität der Tonaufnahmen sehr schlecht, da es noch keine Synchronisationsmethoden gab. Nichtsdestotrotz waren die Anfänge des Tonfilms geschrieben und seine Erfolgsgeschichte nahm in den USA den Anfang. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs etablierte sich die Filmindustrie mehr und mehr im Westen Amerikas, nämlich in Hollywood, Los Angeles. Durch die Anfänge des zweiten Weltkrieges gab es eine große Auswanderungswelle von Kriegsflüchtlingen und Juden aus Europa. Viele dieser Menschen hatten Amerika als Ziel und so konnte auch die aufstrebende Filmbranche in Hollywood als begehrtes Ziel der Emigranten von diesem Flüchtlingsstrom profitieren. Insbesondere viele jüdisch-stammende Filmschaffende, Schauspieler und Regisseure verschlug es nach Hollywood an die Filmsets. Das klassische Hollywood Kino erlangte um 1940-1945 seinen Höhepunkt mit Filmklassikern wie „Vom Winde verweht“, „Casablanca“ oder „Citizen Kane“. Diese Filme gelten bis heute als absolute Klassiker der Spielfilm Geschichte und dienen als Beispiel vieler Filme, Regisseure und Schauspieler der heutigen Zeit. Bezeichnend für diese Blockbuster Filme der damaligen Zeit waren das „Happy End“, welches die Leute von dem harten Alltag ablenken sollte. Unter anderem suchten die Leute Ablenkung vom harten Alltag und schwierigen wirtschaftlichen Situation Amerikas. Aber auch ein gewisser Hang zum „Realismus“ lässt sich erkennen, welcher versucht die Situation des harten amerikanischen Alltags dazustellen. Ein Beispiel dafür ist der Regisseur Orson Welles, welcher im Filmdrama Citizen Kane die Geschichte des Zeitungsmagnaten Charles Kane erzählt, der einen beispielhaften Aufstieg zum Zeitungsmagnat schafft und am Ende seines Lebens verbittert und einsam stirbt.

Schauspieler verschiedener Genres wie John Wayne für den Western, Cary Grant in Komödien oder Erroll Flynn in Abenteuerfilmen wurden zu weltweit bekannten Megastars ihrer Branche. Große Filmstudios wie Warner Brothers oder Walt Disney produzierten die Mehrheit der Filme und erlangen Rum und Erfolg bei der Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Spielfilme.

In Europa, und insbesondere in Deutschland war die Filmindustrie durch den Nationalsozialismus Deutschlands geprägt. Deutsche Tonfilme enthielten oft Merkmale sozialkritischer Elemente, welche stark durch die Nazi Politik geprägt war. Nichtsdestotrotz hatte auch diese Zeit Ihre Stars. So wurde Marlene Dietrich zu einem Filmstar und spielte sich mit Filmen wie „Der blaue Engel“ im Jahr 1930 in die Herzen des Deutschen Publikums.